
Wie macht man Urlaub im 15-km-Radius, ohne Möglichkeiten, ein Restaurant, ein Museum, ein Theater oder ein Kino zu besuchen? Geht man shoppen? Besichtigt man eine Burg? Unternimmt eine Tagestour nach Erfurt, Leipzig oder Berlin? Wie macht man Urlaub in Zeiten, wo all das nicht geht? Um ehrlich zu sein, ich weiß es nicht.
Home – Urlaub klingt verdächtig nach Home – Office. andererseits lernt man es neu zu schätzen, dass die Kinder dem Status schulpflichtig entwachsen sind. Sonst käme auch noch Home – Schooling dazu.
Trotzdem kann man auch den Home – Urlaub genießen. Hilfreich dazu ist, den Home-Screen nicht allzu oft aufzusuchen. Viel eher sollte man sich Gedanken über dies und das machen und schöne Aktionen unternehmen. Ich habe mich zum Beispiel gefragt, ab wann Urlaub überhaupt Urlaub ist. Dazu ist es vielleicht hilfreich, sich mit dem Begriff auseinander zu setzen. Das deutsche Wort Urlaub geht, wie ich gelesen habe, auf das alt- und mittelhochdeutsche Substantiv urloup zurück, welches Erlaubnis bedeutet. Mir schien das wieder einmal typisch deutsch zu sein, dass man Urlaub vor allem von der rechtlichen Seite betrachtet. Man könnte vielleicht eher auf die Franzosen blicken, welche en vacances sind, abwesend. Ich bin dann mal nicht da. Die Engländer hingegen scheinen vielfältige Perspektiven auf den Urlaub zu haben. Denn mein Deutsch-englisches Wörterbuch nennt mir drei Begriffe für Urlaub im Englischen. Leaves, in etwa wie urloup, vacation wie bei bei den Franzosen, dazu noch Holiday, ganz wörtlich: heilige Tage. Man könnte es aber vielleicht auch etwas freier mit geschenkte Zeit übersetzen.
Der Urlaub scheint also dann zu beginnen, wenn die Erlaubnis zur Abwesenheit als geschenkte Zeit empfunden wird.

Wir zwei beiden, mein lieber Schatz und ich, haben also versucht, das Beste draus zu machen. Es gibt trotz der Einschränkungen erstaunlich viele Möglichkeiten. Ski fahren, Bücher lesen, kochen, Guten Wein genießen, Saunieren, sich schick machen, Film schauen, durch den verschneiten Weinberg wandern, alte Fotos anschauen und neue aufnehmen. Mit der dampflokbetriebenen Schmalspurbahn für vier oder fünf Stationen reisen …

Wir hatten zum Beispiel einen Lausitzer Abend mit Teichelmauke (kennt ihr nicht?). oder wir hatten einen böhmischen Abend mit Biergulasch. Oder einen italienischen mit sizilianischem Rotwein und wunderbaren Antipasti. Nicht immer war ich gut drauf, das muss ich zugeben. Aber alles in allem war es ein super Urlaub. Denn Urlaub ist, wenn man trotzdem kocht. (Wobei ich eher der Assistent war.)








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