Aus der Zeit heraustreten, um hinein zu finden

Am Ende des Monats ist noch etwas Zeit übrig. Diese nutze ich, um ein paar Gedanken aufzuschreiben, die mich in diesem Monat beschäftigt haben. Es geht um die Frage, was denn eigentlich eine Auszeit sei.

Was ist eine Auszeit?

Eine Auszeit ist quasi ein Ausschnitt aus der ganzen Zeit. Man nimmt ihn aus der Zeit heraus, wobei dieser freilich dann ein Stück fehlt. Ein besonderer Zeitabschnitt, der von der normalen Zeit abgezogen wird. Auszeit istgleich Lebenszeit minus Alltag.

Allerdings frage ich mich, ob man aus der Zeit tatsächlich etwas herausnehmen kann. Denn die Zeit ist allezeit da, so lange mir Zeit geschenkt ist. Und so ist eine Auszeit vielleicht eher etwas, das ich aus Zeit mache. Weil ich immer Zeit habe, kann ich aus Zeit ganz viel machen. Eigentlich ein ganz alltägliches Phänomen. Auszeit istgleich Alltag istgleich Lebenszeit.

Allerdings frage ich mich, ob man manchmal auch vergessen kann, dass man Zeit hat. Und dann hat man tatsächlich keine Zeit zur Verfügung. Die Auszeit ist dann eigentlich eine Rückkehr in die Zeit. Dann müsste es aber Inzeit heißen. Inzeit istgleich Lebenszeit minus Auszeit, geteilt durch Alltag.

Allerdings frage ich mich, ob es nicht auch bestimmte Zeiten gibt, die zum Vergessen sind. In diesem Fall wäre die Auszeit das Abschalten derjenigen Zeitabschnitte, die man gern vergessen darf, aber schwer vergessen kann. Auszeit istgleich Lebenszeit minus Unzeit.

Allerdings frage ich mich, ob die Auszeit nicht auch die Zeit sein könnte, in der das Buch ausgelesen und man traurig ist, dass die Geschichte schon zu Ende ist. Die Zeit, in der man sich wünscht, langsamer gegangen zu sein, um das Ziel später zu erreichen. Auszeit istgleich Wunschzeit minus Lebenszeit.

Am Ende merke ich, dass die Zeit zum Fragen jetzt besser aus sein sollte und manche Kolumne auch früher zu Ende sein könnte. Auszeit istgleich Lebenszeit minus unnütze Lektüre von Blogbeiträgen.

Aus. Und jetzt ist Zeit.

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