
Am Ende meiner jüngsten Wandertour fand ich diese schicke Schreibmaschine in unserer Unterkunft. Ein schönes Bild dafür, dass man aufschreiben sollte, was einem so durch den Kopf geht. Also habe ich meine Gedanken über den Unterschied zwischen Pilgern und Wandern in einer Zwischenbilanz festgehalten (und auch schon mal bei Insta gepostet, aber der Text gehört auch hierhin). Aktuell denke ich übrigens darüber nach, eine Art modisches Pilgerbuch zu verfassen.
Ernst und würdevoll ist das Pilgern. Wanderer laufen einfach umher.
Der Pilgrim gewinnt Erkenntnisse über sich selbst. Der Wanderer wird von Zweifel getrieben, beispielsweise bezüglich der körperlichen Konstitution.
Dem Pilgerer schmerzt die Seele. Dem Wanderer schmerzen die Knie.
Der Pilgersmann folgt seiner inneren Stimme, der Wanderer den kryptischen Zeichen am Wegesrand.
Pilgerer tun Gutes, Wanderer gehen.
Wenn Pilger fehlgingen, suchen sie Ablass. Wenn Wanderer fehlgingen, lassen sie ab vom Suchen.
Der Pilgrim widersteht dem Lärm. Der Wandersmann lärmt, wenn er wieder steht.
Pilgerer haben Gefallen an der Auszeit. Wanderer sind aus der Zeit gefallen.
An guten Tagen pilgert der Wanderer auch mal, gleichwie der Pilgerer an schlechten Tagen wandernd angetroffen werden kann.
Triffst Du einen also auf dem Weg und sprichst: Heda, Freund, wer bist du, Pilgrim oder Wandersmann?
So wie er wohl sagen: wie kann ich‘s wissen, Bruder? Mal dieser vielleicht, dann aber jener.
Zum Pilgern zu wenig, zum Wandern zu viel. Ein Mensch eben.

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