
Vor kurzem bin ich in einem Buch über bergmännische Begriffe auf den „Mutzettel“ gestoßen. Mit dem Mutzettel beantragte der Finder eines Erzvorkommens die Nutzungsrechte für seinen Fund.
Man bezeichnet diesen Vorgang mit dem Worten „muten“, was sicher eine sehr
erfreuliche Zu-Mutung darstellte. Der Muter füllte also den Mutzettel aus und ging zum Bergmeister, um das Recht der Nutzung seiner Fundstätte zu erlangen. In den Bergordnungen war vorgesehen, dass, wenn ich es recht verstehe, diesem Antrag nach Möglichkeit entsprochen werden sollte.

Mir gefiel der Mutzettel auf Anhieb, und ich beschloss, flugs meinen eigenen Mutzettel für 2025 auszufüllen. Die Pläne und Vorhaben, die man so hat, sind ja in gewisser Weise auch eine Fundgrube an Möglichkeiten. Wenn man also ein Buch schreiben, ein Projekt umsetzen oder
eine schöne Reise unternehmen möchte, sind das Fundstücke, die man mutig in Gebrauch nehmen darf.
Ich glaube, dass sie mir von Gott anvertraut sind, den man sozusagen mit einem Bergmeister vergleichen könnte.
Und so beantrage ich also hiermit die Nutzungsrechte für die mir anvertrauten Ideen. Der Bergmeister wird meiner Bitte hoffentlich entsprechen. Darüber hinaus hoffe ich, dass er mir auch den nötigen Mut zur Mutung verleihen und mich vor Übermut bewahren möge. Möge es uns
geschenkt werden, unsere Wege in Anmut und Würde zu beschreiten und unterwegs diese oder jene Zeche zu muten.
Einen guten Weg.


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