Beitrag zum Welttag des Kompliments am 1. März

Ich habe mir Gedanken über Likes gemacht. Jeder liebt es, wie ich lesen konnte, Bilder von sich auf Instagram zu posten und damit seinen Sinn für Mode zur Schau zu stellen. Und wenn es vielen gefällt, umso besser. Fast alle, die sich mit Mode, Frisuren, Styling, Makeup oder Schnick-Schnack beschäftigen, haben es vermutlich darauf abgesehen.
Außer mir allerdings. Ich würde bei Instagram eine Funktion einbauen, mit der sich Beiträge automatisch löschen, wenn die Zahl der Mögerinnen und Möger zweistellig geworden ist. Oder wenn ein Reel mehr als fünf Konten erreicht hat, färbt es sich schwarz ein. 13 Follower, das wäre ja mehr als Jesus in seinen frühen Jahren hatte. Und alles über zehn Likes ist Mainstream.
Aber ich bin ja nicht bei Instagram. Ich betrachte die Mode weniger vom Aussehen her, vielmehr als Kulturerscheinung. Sie ist der Zeiger auf dem Zifferblatt des Zeitgeistes. Und wenn das eben mal einer oder zweien gefällt. Mein Gott. Man macht das mit all den Kleidern ja nicht um der Effekthascherei willen. Es geht um Werte.
Das dürft ihr gern zitieren. Menschen machen sich schick, um damit ein Stück weit sich selbst und ihre Sicht der Welt publik zu machen. Wie schön, wenn es dazu noch gefällt, was freilich nur angenehme Begleiterscheinung ist.
Der Kenner kennt keine Komplimente. Sie gehen ihm eher ungewollt ins Netz. Er legt es nicht an auf Likes. Nie. Gewiss, er prüft gelegentlich sein Aussehen im Spiegel, aber nur so kann er sich weiterentwickeln und damit auch anderen helfen, sich unabhängig zu machen.
Wenn die Kleider stylisch sind, ist der Geschmack egal. „Ich brauche keine Millionen, mir fehlt kein Pfennig zum Glück.“ Es genügt mir einfach schick. Und dann brauche ich auch keine dieser so genannten Selfies.
Im Grunde bin ich unabhängig von eurer Meinung. Fachsimpeln über Frisuren ist für mich Haarspalterei. Und falls ihr es nicht glaubt, werft mir eure besten Kommentare zu. „Sieht voll süß aus, Alter.“ „Du hast die Haare schön.“ „Interessante Fliege!“ Ich werde lächeln und bei mir denken: Schön, aber es kommt ja eher auf Kreativität an. Und dass in einem bunten Gewand tatsächlich ein bunter Geist wohnt. Lustiges Wortspiel, oder?

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