Es ist seltsam. Das Verb kolumnieren scheint in der deutschen Sprache bislang wenig gebräuchlich, obgleich die damit bezeichnete Tätigkeit durchaus mit Fleiß verrichtet wird.
Kolumnieren bezeichnet den Vorgang der Kolumnisation. Gleichwie der Kopist kopiert und der Komponist komponiert, ist es der Kolumnist, der kolumniert.
Gelegentlich begegnet uns der Kolumnist auch als Kolumnisator, freilich nur dann, wenn er in seiner Kolumnisation überaus wirkmächtig ist.
Einräumen müssen wir allerdings, dass uns der Kolumnisator mit guten Gründen auch als Kolumnikator erscheinen könnte. Eine sichere Entscheidung fällt hier schwer, da bislang nicht hinreichend geklärt werden konnte, ob man den Stoff, aus dem die Kolumnen gemacht werden,
eher als Kolumnisat oder besser als Kolumnikat bezeichnen müsste.
Weniger umstritten dürfte die Feststellung sein, dass der Begriff der Kolumnifikation sich zweifelsfrei auf den Prozess der Erfassung und Klassifizierung sämtlicher jemals verfasster Kolumnen hinsichtlich ihrer Länge, Breite und Tiefe beziehen lässt.
Wir sehen, die Kolumnologie kennt noch einige Lücken. Als grundlegende Schwierigkeit erweist sich dabei der Umstand, dass uns das innere Wesen einer Kolumne momentan nur ansatzweise
beschreibbar ist.
Offenkundig lässt sich das Kolumnisieren bislang nicht hinreichend zertifizieren. Jeder dahergelaufene Kolumnisateur kann heutzutage eine Schnürsenkelkolumne eröffnen.
Es scheint zu genügen, dass ein Text knapp gefasst und hinreichend subjektiv gehalten ist, einigermaßen sachkundig wirkt und nicht allzu ernst auftritt. Vor allem aber muss eine Kolumne möglichst regelmäßig erscheinen und Themen aufgreifen, über die man genauso gut auch schweigen könnte.
Der Rest ergibt sich dann beim Lesen. Viel Vergnügen.

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