Es gibt manch blumig bildhafte Redewendung, wie etwa die folgende: in ein Loch fallen. Wenn man sie wörtlich nimmt, hat sie eine gewisse Skurilität.
Nun, ich habe es probiert. Neulich begab ich mich also in ein Loch. Beinahe mitten hinein, wobei es nicht entscheidend war, genau die Mitte des selbigen zu treffen. Es ergab letztlich keinen Unterschied, dass ich 2,5 Zentimeter neben der Mitte in den Hohlraum eindrang.
Bei Lichte besehen geschah mein Besuch auch nicht ganz planmäßig. Es war eher ein Fallen denn ein Fahren. Aber sei’s drum, eine Reise war es jedenfalls.
Das Loch war schwarz. Wenn es rot gewesen wäre, hätte ich es vermutlich nicht übersehen. Aber genau genommen kenne ich kein einziges Loch, das rot ist. Scheinbar sind Löchter immer schwarz.
Ehrlich gesagt, war das Loch recht eng. Man ist ja schließlich keine Billardkugel und kein Golfball. Ein Loch, in das ich reinpasse, musst du erst einmal finden. Ich hätte es jedenfalls angenehmer gefunden, wenn das Loch irgendwie geräumiger gewesen wäre. Etwas mehr Bequemlichkeit sollte auch im Land der Löcher herrschen.
Aber vermutlich würde niemand in ein allzu großes Loch fallen, das man schon von weitem sieht. Daher machen sie die Löcher eher eng und auf den ersten Blick unscheinbar. Es war auch nicht tief genug ausgeschachtet, um mich gänzlich aufzunehmen. So konnte ich also noch halbwegs aus dem Loch herausblicken. Ich und das Loch passten letztlich nicht zueinander.
Nun war ich also in dem Loch und wusste nicht, was ich dort sollte. Ein bisschen ärgerte ich mich, dass die Reise aufs Ganze gesehen nicht sonderlich gut geplant war. Ich wusste auch nicht genau, ob das Loch eines der letzten war, auf dem noch jemand pfeifen könnte.
Alles in allem hat sich die Reise also nicht gelohnt. Mit etwas Mühe entwand ich mich der bescheidenen Höhle und dachte bei mir selbst: Mit den Löchern können Sie mir in der nächsten Zeit erst einmal fernbleiben.

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