Ein Beitrag zum Tag des Punktes

Eine Gerade besteht, wie man hört, aus vielen einzelnen Punkten. Nun, ein Experte in Sachen Geometrie war ich noch nie. Aber ich finde den Gedanken hilfreich, dass die Linie des Lebens – freilich eher eine Schlängellinie denn eine Gerade – letztlich eine Verbindung vieler Punkte darstellt. Und ein Foto die Summe hunderter – wenn nicht tausender! – Pixel.
In der Rückschau auf meinen heutigen Tag stelle ich fest: er enthält neben vielen alltäglichen Begebenheiten drei Punkte, die seit geraumer Zeit Untermieter auf meiner To Do Liste waren. Es gibt ja so Aufgaben, denen läuft man hinterher oder man hat sie zwischenzeitlich vergessen. Wenn ich daran denke, dass die Liste noch eine nicht ganz kleine Reihe weiterer Punkte enthält, scheinen mir drei Punkte nicht viel. Aber immerhin, es sind drei einzelne Punkte, die zur Linie der vollbrachten Taten gehören. Mögen Sie klein oder groß sein, sie sind wichtig.
Ehrlich gesagt, habe ich auch Freude daran gehabt, nach jedem der drei Dinge einen Punkt zu setzen. Und mehr noch: schon die Bearbeitung der einzelnen Aufgaben war im Grunde doch etwas sehr schönes. Denn man nimmt sich in der Regel ja auch Dinge vor, weil man Lust dazu hat.
Nur übersehe ich das manchmal, wenn ich eben eher darauf schaue, was alles noch zu erledigen ist. Der Punkt ist: Die Mauer der nicht erledigten Dinge verstellt mir den Blick für die erfreulichen Punkte.
Kurzum: Es ist Zeit, den Punkt zu würdigen. Punkt!
Und das sage ich trotz des leidigen Umstands, dass mein Verein am vergangenen Sonntag den Dreier in letzter Minute einbüßte und mit einem einzigen Punkt nach Hause fuhr.
Ein Punkt ist kostbarer als kein Punkt. Und er kann durchaus noch wichtig werden.
Manchmal begibt sich derselbe auch in die Rolle des Kontrapunktes. Die Kenner wissen das durchaus zu schätzen.
Wiederum ist es selten leicht, auf den Punkt zu kommen oder einen selbigen zu machen. Nicht immer erreicht eine Rede ihr Ziel, oder sie erstreckt sich über unzählige Umwege.
Auch sammelt man nicht mit jedem Outfit Punkte. Aber trotzdem mag ich meine verspielten gepunkteten Fliegen. Ich mag auch Pünktchen und Anton. Oder Taddeus Punkt, den Schnellzeichner.
Für Punktlandungen bin ich nicht geeignet, denn ich habe Höhenangst.
Jedoch mag ich das wohlige Gefühl, das sich einstellt, wenn ich nach einer vollbrachten Kolumne das gewisse Satzzeichen setzen kann. Hoffentlich pünktlich, und nicht verspätet.

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