Neue Kolumne im Stadtanzeiger Annaberg – Buchholz

Von der „Dummen Sau“ zum „Blutigen Knochen“. Wer sich gern auf „gruselige Pfade“ begibt, wird auf dieser Tour mit dem Buchholzer Nachtwächter sicher voll auf seine Kosten kommen.
Ab und an wird sie angeboten und führt die „Mitreisenden“ mitten hinein in die Buchholzer Kneipenlandschaft um 1900.
Die schillernde Begrifflichkeit lässt erahnen: in Buchholz hegt man offenbar eine Vorliebe für zart-liebliche Kosenamen. Das klingt schon in der Buchholzer „Nationalhymne“ an, die ich
jüngst in einer früheren Kolumne hier an gleicher Stelle zitiert habe. Da werden einige offenbar bedeutsame Buchholzer Persönlichkeiten vorgestellt, die interessante Namen tragen: de We-De-Tä, de Kokosnuß, de Baumel, dr Hünchen Ted, de Schmidel Pfeif, de Schleich und dr Aff – und weitere mehr.
Generell ist der Erzgebirger darin geübt, spezielle Kosenamen zu vergeben. Ein Grumbacher kann gern einmal als „Mondputzer“ benannt werden, ein Mauersberger als „Quarkquetscher“. Möglicherweise ist diese Eigenart in Buchholz aber besonders ausgeprägt. Nun, wir kennen die Redensart: Is gibt sette und sette (es gibt solche und solche), und is gibt Buchholzer. Für manche ist das ein Kompliment, für andere weniger.
Ich muss freilich zugeben, in diesen Fragen bin ich kein Experte. Ganz sicher bin ich mir auch nicht, ob die Bezeichnung „Hanghühner“ von den Buchholzerinnen und Buchholzern selbst
verwendet wird oder ob es eher eine von außen kommende Etikettierung darstellt. Leider ist mir auch noch nicht zu Ohren gekommen, wie die Buchholzer über die Annaberger sprechen.
Hier gibt es sicher Potienzial für manchen lieblichen Kosenamen.
Im vorletzten Stadtanzeiger hatte ich über das Buchholzer Jubiläum 525 Jahre Stadtgründung geschrieben. Daraufhin hat mich eine sehr freundliche ältere Dame eingeladen, um mir
weitere Geheimnisse der „Terrassenstadt“ Buchholz anzuvertrauen. Herzlichen Dank dafür. Das hat mich beeindruckt.
Kosenamen sind eine Form, Zuneigung auszudrücken, manchmal auch so, dass das nicht gleich erkennbar ist. Wie würde ich persönlich die Buchholzer nennen? Bergsteiger, Katharinenfreunde, Frühreformatoren, Weihnachtsberger, Sternenfalter? Ganz sicher bin ich da nicht. Auf jeden Fall mag ich den Blick nach Buchholz durchaus, ebenso wie jenen von
Buchholz herüber nach Annaberg. Also am besten schon mal vormerken: 24.-26. Juli Waldschlösschenfest, 11.-13. September Buchholzer Jahrmarkt. Irgendwo hörte ich sogar, dass für das Festjahr auch ein eigenes Festbier gebraut wird. Dieses bietet sicher auch Stoff für neue Kosenamen. Wohl bekomm’s

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