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Vom Umziehen
Umziehen ist in aller Regel nichts für schwache Nerven. Mancher behält darum so lange wie möglich dieselben Klamotten an. Andere wechseln gleich die Tapete mit und verrücken ihre Möbel. In DDR-Zeiten wurde gar mit Bockwurst und Freibier belohnt, wer am Umzug teilnahm. Möglichst mit Mainelke. Umziehen musste seinerzeit auch Gott. Das war zu Weihnachten. Von
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Neugier
In der zweiten Hälfte der 1940er Jahre prägte Christian Dior den so genannten „New Look“. Um genau zu sein: er gab diesen Namen seinen Kreationen nicht selbst. Lieber sprach Dior von der „Blütenkelchlinie“ – ligne corolle. Aber wer konnte damit schon etwas anfangen? Und so war es eigentlich ganz klar, dass die von einer US-amerikanischen
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Das Modeschlösschen
Innerhalb der vielerlei Sehenswürdigkeiten im Schlösserland Sachsen nimmt das Modeschlösschen eine ganz eigene Stellung ein. Gattungsmäßig gehört es zur Gruppe der Lustschlösser. Möglich wäre auch die Zuordnung zu den Jagdschlössern, was aber seltener erwogen wird. Vorrangig dient es repräsentativen Zwecken und steht damit im Gegensatz zu einer Modeburg, die eher verteidigenden Charakter hätte. Im Modeschlösschen
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Dichtung und Wahrheit
@farbeabstrakt hat mich mit dem Untertitel dieses Bildes zu einem neuen Text inspiriert. Was heißt „Dichtung und Wahrheit“ in Bezug auf die Kleider? Einige Gedanken auf dem Laufsteg des Lebens. Kleider können wie gute Gedichte sein. Vorzüglich gereimt und mit viel Fantasie fabuliert. Sie erzählen davon, wer ich gerne wäre und geben damit zu erkennen,
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Die Instrumente meines Lebens
Heute geht es um Gitarren und andere Instrumente meines Lebens. Es geht um Ideale, die nicht wirklich zur Umsetzung gelangen. Den Text habe ich bereits vor drei Jahren geschrieben, aber nun wieder hervorgekramt, nachdem ich mit meinem Freund und Kollegen Matthias wieder einmal einen Auftritt als „Duo Knalbani“ hatte, unseren vermutlich letzten. Meine erste Gitarre
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Das Sahnehäubchen
Auszug aus „Der begehbare Kleiderschrank“ von Thomas Knittel und Gabriele Schwanebeck (bislang unveröffentlicht) Ich sehe die Szene nach etwa 25 Jahren noch immer vor mir. Wir waren mit unseren Kindern auf dem Spielplatz. Ein Mädchen, etwa fünf oder sechs Jahre alt, verkündete allen, die es wissen oder auch nicht wissen wollten: Barbies sind doof, aber
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Pilgern oder Wandern? Eine Zwischenbilanz
Am Ende meiner jüngsten Wandertour fand ich diese schicke Schreibmaschine in unserer Unterkunft. Ein schönes Bild dafür, dass man aufschreiben sollte, was einem so durch den Kopf geht. Also habe ich meine Gedanken über den Unterschied zwischen Pilgern und Wandern in einer Zwischenbilanz festgehalten (und auch schon mal bei Insta gepostet, aber der Text gehört
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Aus der Zeit heraustreten, um hinein zu finden
Am Ende des Monats ist noch etwas Zeit übrig. Diese nutze ich, um ein paar Gedanken aufzuschreiben, die mich in diesem Monat beschäftigt haben. Es geht um die Frage, was denn eigentlich eine Auszeit sei. Eine Auszeit ist quasi ein Ausschnitt aus der ganzen Zeit. Man nimmt ihn aus der Zeit heraus, wobei dieser freilich
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Rot. Irgendwo zwischen Stierkampf und Stoppschild
Rot sehen ist wie Schokolade essen. Studien zeigen, dass Rot gleichsam eine magnetische Farbe ist, als anziehend empfunden wird (im wahrsten Sinn des Wortes) und regelrechte Glücksgefühle auszulösen vermag. Freilich gilt das wohl nicht immer. Zum Beispiel kann die sprichwörtliche „Lady in Red“, die da zur Tür hereinschwebt, durchaus zur Konkurrentin werden, wenn bereits eine
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Geheimnisse in Violett
„So hitzig und geradeaus wie das Rot, so aufregend und spannend wie das Orange, so entspannt und leicht wie das Grün, … so geheimnisvoll und leidenschaftlich wie das Violett, … so bunt war unsere Liebe. …“ Neulich stieß ich auf dieses Gedicht, dass ich hier auszugsweise wiedergebe, von einem (oder einer) gewissen Coka Rybicki. Es
