
Die Philosophen haben die Welt nur unterschiedlich interpretiert, es kommt aber darauf an, sie zu verändern. Als gelernter Ossi hat man diesen Satz von Karl Marx irgendwie verinnerlicht. Heute wende ich ihn auf das Thema modische Farben an. Beim Verändern der Welt kommt es nämlich auch auf die Farbenphilosophie an.
Im Grunde gehe ich davon aus, dass jede Farbe modisch ist. Nur nicht zu jeder Zeit.
Immer wieder lese ich, dass man herausfinden soll, welcher Farbtyp man sei. Am besten finde ich den All-Inklusiv-Typ. Mit anderen Worten: hört nicht auf die Stilberater, jedenfalls nicht in der Weise, dass ihr euch auf bestimmte Farben festlegen lasst. Freie Farbwahl in einem freien Land.
Mein Rat ist, dass ihr vor allem eurer Intuition folgt. Mich hat zum Beispiel zuletzt der Gedanke beschlichen, dass eine schöne knallige rote Hose gut in mein Sortiment passen würde. Ich hatte es einfach so im Gefühl.

Im letzten Jahr war Violett meine Farbe. Immer wieder suchte ich nach violetten Kleidungsstücken. Socken, Schnürsenkel, Krawatten, Hemden. Bei letztgenannten bin ich allerdings nur sehr begrenzt fündig geworden. So richtig leuchtend violette Hemden gibt es scheinbar nicht. Aber Manschettenknöpfe.

Für die nächste Zeit steht gelb auf meinem Plan. Da habe ich schon ein schönes Stück gesehen, aber ich gehe mit diesen Plan noch etwas schwanger. Vielleicht ein bisschen lustig, wenn ein Mann das schreibt. Aber ihr wisst, was ich meine.
Eine Sache stimmt mich allerdings auch etwas nachdenklich. Ich habe nämlich beobachtet, dass meine Intuition mich genau zu der Farbe animiert, die zufällig gerade modern ist. In dem Moment, wo mir die Farbe gefiel, wusste ich aber noch gar nicht, das es die aktuelle Modefarbe ist. Scheinbar nimmt man unbewusst Farben auf und findet sie dann gut, weil man sie häufig sieht. Also sind wir wohl doch ein Opfer der Werbung.
Aber tun wir einfach weiter so, als hätten wir es in der Hand, was uns gefällt. Dazu nun meine Tipps.
- Traue deiner Stimmung am Morgen. Ist sie gelb, grün, rot oder vielleicht auch grau?
- Achte auf den Kontrast. Der Kontrapunkt macht das Outfit interessant.
- Schließe keine Farbe von vornherein aus.
- Manche sagen, man dürfe nur zwei Farben kombinieren. Ich glaube das nicht.
- Bedeutung kommt insbesondere den kleinen Details zu. Über Einstecktücher habe ich schon geschrieben. Ebenso empfehle ich, die Schnürsenkel zu variieren. Und natürlich kann man mit Schleifen farbliche Akzente setzen.
- Längsbinder oder Querbinder sollten farblich und vom Muster her nicht völlig identisch mit dem Einstecktuch sein. Das ist ein bisschen langweilig.
- Wer mutig ist, liegt auch mal daneben. Wer nicht mutig ist, liegt immer daneben. Habe Mut, dich deiner Intuition zu bedienen.






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